Einschlafen und woanders aufwachen? Klingt wie ein Traum – ist aber durch den Nachtzug möglich. Denn der Nachtzug ist nicht nur ein bloßes Transportmittel, sondern eine Reiseform bei der Zeit und Raum auf eine ganz eigene Weise miteinander verschmelzen: Man schläft in einem Land ein und wacht in einem völlig anderen auf.
Wenn draußen Städte, Wälder und Berge vorbeiziehen und man leise durch die Nacht rollt, beginnt die Vorfreude auf den Urlaub schon lange vor der Ankunft. Es ist eine Form des Reisens, die entschleunigt, träumen lässt – und dabei oft überraschend komfortabler ist als gedacht. Der Nachtzug ist eine der angenehmsten und nachhaltigsten Arten, Europa zu entdecken. Statt stundenlangem Warten an Flughäfen oder stressigen Autofahrten bietet es Familien eine entspannte Alternative: Abends einsteigen, gemeinsam eine kleine Kabine beziehen und am nächsten Morgen mitten im Urlaubsort aufwachen. Ganz ohne Stau und Jetlag.
Anstatt wie mit dem Flugzeug schnellstmöglich am Ziel anzukommen, wird die Fahrt im Nachtzug selbst zum Erlebnis! Nachdem man eingestiegen ist, seinen Schlafplatz hergerichtet und sich Bettfertig gemacht hat, kann man langsam den Alltag hinter sich lassen. Eine entschleunigende Art zu Reisen.
Auch der ADAC hat sich mit dem Nachtzugangebot in Europa beschäftigt, einige Strecken getestet und hilfreiche Buchungstipps formuliert. Unteranderem gibt es gute Direktverbindungen von Berlin nach Stockholm und vom München nach Rom: Es muss nicht umgestiegen werden und Abfahrts-/Ankunftszeiten sind zu humanen Uhrzeiten.
Für einen Überblick aller Nachtzüge ist diese Nachtzugkarte hilfreich
Checkliste: Nachtzug buchen
1. Frühzeitig buchen: Spätestens 4–6 Wochen vor Abfahrt reservieren – in Ferienzeiten besser noch früher.
2. Reisedatum & Bahnhöfe flexibel halten: Nicht alle Züge fahren täglich oder ab großen Städten – ruhig mit Abfahrtszeiten, Tagen und Bahnhöfen variieren.
3. DB Navigator & Bahn-Websites nutzen: Die besten Verbindungen findest du oft direkt über die Deutsche Bahn oder die nationalen Bahnportale (z.B. ÖBB, SJ).
4. Teilstrecken separat prüfen: Wenn die Gesamtverbindung nicht buchbar ist, lassen sich oft Einzeletappen direkt bei den jeweiligen Anbietern buchen.
5. Privatabteil sichern: Besonders mit Kindern lohnen sich Familien- oder Ruheabteile – frühzeitig reservieren!
6. Preise vergleichen: Portale wie Trainline oder Rail Europe bieten manchmal günstigere Angebote oder Alternativrouten.
7. Interrail-Pass prüfen: Längere Reisen mit mehreren Zügen? Ein Interrail-Pass kann günstiger sein – vorher durchrechnen.
8. Genügend Umsteigezeit einplanen: Verzichte auf enge Übergänge – besser etwas mehr Puffer einbauen, um Anschlusszüge sicher zu erreichen.
9. Fahrgastrechte kennen: Gerade bei getrennt gebuchten Tickets vorher klären, was bei Verspätung oder Ausfall gilt.
Von Hamburg, Hannover, Göttingen, Würzburg, Nürnberg, Augsburg und München nach Jenbach und Innsbruck mit dem Nightjet der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB). Ein vamos Ziel ist das Biohotel Grafenast, eine Abholung vom Bahnhof Jenbach ist möglich.
Im Februar und März 2025 fuhr der Nachtzug European Sleeper von Brüssel nach Venedig – mit Halt in Köln und München. Wenn dieses Angebot weitergeführt wird, sind Ausstiege in Brixen oder am Brenner möglich. Ganz in der Nähe von Brixen liegt das vamos-Ziel Das Mühlwald. Vom Bahnhof Brenner ist es nur ein kurzer Weg zur Residence Reißenschuh oder zum Hotel Alpin – letzteres organisiert auf Wunsch eine Abholung.
Von München kann man über Nacht mit dem Nightjet der ÖBB den Gardasee erreichen. Steigt man in Desenzano del Garda / Sirmione aus, kann man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Park Residence Il Gabbiano gelangen.
Von Dresden, Berlin und Hamburg nach Malmö und Stockholm mit dem Nachtzug von der schwedischen Staatsbahn SJ oder dem schwedischen Eisenbahnunternehmens Snälltåget. Ein vamos Ziel in der Nähe von Malmö ist das Halmstad Gärdshotell und in der Nähe von Stockholm das Siggesta Gard.